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Heikendorfer Kleingärtner behandeln Schadinsekten BIOLOGISCH.
Im Herbst wurden in 15 Pachtgärten allgemeine Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Apfelwickler durchgeführt. Zum Einsatz kam dabei das Mittel Nemapom® der Firma e-nema aus Schwentinental/Raisdorf. Dabei arbeiteten die Kleingärtner eng mit Herrn Michael Barth von der Firma zusammen.
Zu Beginn dieser gut zweistündigen, als Fachberatung durchgeführten Aktion, wurden die Kleingärtner von Herrn Barth auf sehr gute und vor allem anschauliche Art in die Materie der Bekämpfung von Schadinsekten mit Nematoden eingeführt. Es stand ausreichend Informationsmaterial in Form von Broschüren und Proben zur Verfügung.
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle noch einmal an Herrn Barth und e-nema.
Nach der Einführung ging es dann auf die Parzellen, wo die Behandlung der Apfelbäume gegen den Apfelwickler mit dem Ansetzen der Brühe begann. Unter Anleitung wurde vorgeführt, wie mit den lebenden Nematoden umzugehen ist. Danach wurde die angesetzte Flüssigkeit in eine handelsübliche 5 L fassende Gartenspritze verbracht, die bei der Arbeit immer wieder mal aufgeschüttelt werden muss, da sich die Nematoden sonst unten absetzen. Viele Kleingärtner hatten wohl einen eher komplizierten Vorgang erwartet und waren sehr angenehm davon überrascht, wie einfach die Arbeit mit Nematoden eigentlich ist. Es brauchen keine Schutzmaßnahmen beim Verspritzen ergriffen werden, da die Nematoden nichts mit dem Menschen anzufangen wissen und bereits bei 30° Temperatur sterben, denn ihr natürlicher Lebensraum ist der Boden. Das vorschriftsmäßige Ausbringen von Chemie ist erheblich komplizierter und gefährlicher!
Die Stämme der Bäume müssen vorher bis in die ersten dicken Äste gut nass gemacht werden. Die Nematoden brauchen in den ersten 5 - 6 Stunden ein sehr feuchtes Umfeld. 2 - 3 Stunden nach dem Einsprühen der Bäume, sollte daher noch einmal mit der Gießkanne oder mit der Gartenspritze gut eingefeuchtet werden. Dabei werden die Nematoden in die Rillen und Ritzen der Rinde eingespült und warten dort dann auf die Apfelwickler.
Diese Behandlung der Bäume lässt sich in der Zeit von Oktober bis zum Januar durchführen, wenn die Temperatur noch mindestens 8° C beträgt. Das Wetter sollte idealerweise dabei eher trübe mit Nieselregen sein, Trockenheit und Sonne sind nicht geeignet.
Herr Barth hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Behandlung und der Behandlungszeitraum für den Apfelwickler gelten. Er ist auf keinen Fall mit dem Frostspanner zu verwechseln, der um diese Zeit herum auf den Baum kriecht (Leimringe). Der Apfelwickler ist schon vom Sommer auf dem Baum und seine Larven kriechen nach unten, um sich in der groben Rinde zu verstecken. Dort warten dann die ausgebrachten Nematoden und befallen die Larven. Die Nematoden vermehren sich dann in den Larven (Obstmaden) und diese sterben dabei ab. Diese Obstmaden würden sonst im Frühjahr auf den Baum kriechen und das Obst befallen. Das dabei entstehende Schadbild dürfte jedem hinlänglich bekannt sein.
Die Larven des Apfelwicklers können aber auch a uf Birnbäumen sitzen. Es ist daher anzuraten diese gleich mit zu behandeln.
Es gibt verschiedene Nematoden für verschiedene Schadinsekten und mit einer guten Lupe kann man sie dann auch sehen. Sehr wirkungsvoll lassen sich Nematoden auch gegen den Dickmaulrüssler einsetzen, der nachts die Blätter der Rhododendren anfrisst.
Im nächsten Jahr werden nun die mitmachenden Kleingärtner vom Erfolg einer solchen Fachberatung profitieren und den Befall zwischen 50% und 80% verringert haben, für natürlich gesundes und besseres Obst aus dem eigenen Garten.
Norbert Mey
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